Von Ossies und Aussies


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Thu, 14 Apr 2005 01:55:27

So, Ihr Lieben alle,

nun bekomme ich schon seit Tagen mails, ob ich zurueck bin von meiner Wanderung – ich bin zurueck – restlos begeistert und mittlerweile wieder erholt und vom Alltag eingeholt!

Wo hab ich eigentlich aufgehoert mit meiner letzten mail? Bei dem Maedels-Wochenende? Das ist ja schon ewig her. Was ist seit dem passiert? Jede Menge, wie ich denke. Bloss das jetzt wieder alles auf die Reihe zu bekommen. Der eine oder andere schreibt mir ja fleissig und weiss damit schon was ich getan habe.

Ich bin jede Menge rumgekommen hier. Zunaechst muss ich vielleicht sagen, dass ich ein Zimmer gefunden hab. (und in 2,5 Wochen schon wieder ausziehe L ) ich wohne mit 4 Tour-Guides von AdventureTours, einem Chiropraktiker und einer schottischen aber in Deutschland aufgewachsenen und somit deutsch sprechenden Touristin zusammen. Das heisst ich wohnte, eine meiner Tour-Guides ist bereits ausgezogen. Ich wahr eigentlich ihr Ersatz, bin aber schon einen Monat frueher eingezogen als sie gegangen ist. Alle die die alte Wohnung in der Thaelmannstr. in Erfurt kennen erinnern sich vielleicht an das Katzenzimmer – der Weg zum Balkon zur Hofseite raus. Sowas aehnliches gibt es in unserem Haus auch. Es ist etwa 2x so breit wie eine Matratze und 1,5 mal so lang und hat keine Tuer aber ein Bettlaken. Tatsaechlich hat es eine Tuer – die Balkontuer. J Das war also die Uebergangsloesung – fuer die Haelfte meiner Zeit hier – aber das war alle mal besser als Hostel. Ich war dann tatsaechlich nur 2 Naechte im Hostel und da hab ich nicht besonders gut und viel geschlafen. War allerdings auch ein wenig meine Schuld. Ich hab nicht wie Antonia nach einem Raum fuer arbeitende Bevoelkerung gefragt. Ich wusste ja, ich bin nur 2 Naechte dort und als ich dort mit einem Bekannten auftauchte hat man mich gefragt, ob ich ins gleiche Zimmer will. Well, fuer 2 Naechte sprach nicht wirklich was dagegen.

Und die Leute in „meinem“ Haus sind wirklich super. Dadurch dass die meisten Tour-Guides sind, sind sie meist gar nicht da. Das heisst, sie gehen immer fuer 6 Tage auf Tour und kommen dann fuer ein paar Tage heim. Je nach Person sind diese Tage dann faulenzen hier in Hobart oder aber private Wanderungen (also wieder nicht da). Am Ende einer jeden Tour geht man aber meist mit den Leuten zum Dinner und auf ein paar Bier, je nach Wochentag auch noch in einen Club oder so, oder man endet wie vorletztes Wochenende wieder mal mit einer Party bis in den fruehen Morgen in unserem Haus. Das geht aber nur, wenn am naechsten Morgen keiner auf Tour muss. Das ist naemlich Regel Nummer 1: vor einer Tour keine Party im Haus. Als Mitbewohner kommt man in den Genuss, dass alles mitmachen zu koennen, wenn man kann. Was natuerlich wiederum nicht geht weil sie meistens einen Tag nach dem anderen zurueckkommen. Was dann wiederum 4 Tage Party hintereinander waeren. Ihr seht, man hat so seine Probleme. Schliesslich muss man ja auch ab und an nochmal Geld verdienen oder selber wandern gehen.

Und das Geld verdienen ist so eine Sache. Es gibt glaub ich nicht nochmal einen Staat, der so viele Feiertage hat wie Tasmania. Also Eike, wenn die Geruechte stimmen und du wirklich zu all den giftigen Tierchen kommen willst – komm nach Tassi und du hast genug Zeit, sie alle kennen zu lernen.

Es bleibt also genug Zeit zum Wandern. Und wenn kein Feiertag ist, macht man halt eben frei. Halbe Tage sind auch ok. Da kann man z. B. Zu Cadburys fahren – der ansaessigen Schokoladenfabrik. Na, wie hoert sich das an? Oder man geniesst den sommerlich heissen Vormittag in Shorts und Hemdchen auf Balkonien bevor man ins eisigkalte Buero muss. Ich hab ja noch nie so ein dauerhaft kaltes Gebaeude gesehen. (hab ich mich darueber schonmal ausgelassen?) ich trage meistens meine Wanderschuhe und hab den Heizer unterm Tisch damit die Waerme nicht an die Decke steigt sondern bei mir bleibt. Ich hab des weiteren ein normales und ein langes Unterhemd (oder so was) unter meinem Pulli oder Bluse und dann ist da noch ein Wollpullover den man nach spaetestens 2 Stunden braucht. In der Mittagspause in den naechsten Park oder in die Stadt laufen hilft kurzfristig und heisse Getraenke.

Ich hab ja jetzt mal Kaffee eingefuehrt hier. Die Kirche meiner Chefin erlaubt weder Tee noch Kaffee, so gabs das nicht hier. Mir ist aber immer mal nach einem Schaelchen Heissem und auch Seung-Ah, meine koreanische Kollegin hat immer mal Lust drauf, aber nie welchen mitgebracht. Jetzt gibts nachmittags immer Kaffee. Wir haben eh immer ein wenig Party hier jeden Tag. Dauernd bringt einer von uns irgendwelchen Kuchen oder Reiscracker oder so was mit was die anderen dann natuerlich kosten und bewerten muessen. Und alle lachen und sagen, ich haette das eingefuehrt. Aber ihr wisst ja, dass ich gerne backe und wenn ichs nicht mit hierher bringe, ist die Gefahr gross, dass ich nach Hause komme und nichts ist mehr uebrig. J na, ganz so schlimm ists nicht.

Euch zu erzaehlen, welche Wanderungen ich hier gemacht habe, hat wahrscheinlich keinen Sinn. Aber vom Overlandtrack erzaehle ich euch. Das ist eine tolle Sache. Der Hauptweg ist ca. 80km mehr oder weniger durch die Berge. Man hat dann die Chance, diverse Sidetracks zu machen. Kuerzere zu irgendwelchen (ist nicht abwertend gemeint) Wasserfaellen oder so und lange zu Berggipfeln oder tollen Seen.

Bevor wir aber den Overlandtrack in Nord-Sued-Richtung gemacht haben (heisst das machen?, ich weiss es manchmal nicht mehr wie man Sachen in deutsch sagt), haben wir, meine Ex-Mitbewohnerin Lanni und ich, 3 Leute aus Adelaide vom Flughafen abgeholt und sind nach Devenport in den Norden der Insel gefahren. Dort war dann am Karsamstag die Party zum 30. Geburtstag unseres Mitbewohners. Auf der Farm seiner Eltern. (dabei faellt mir ein, letztes Jahr Karsamstag war der Polterabend von Marcus, es scheint also ich bin jetzt immer auf Partys an diesem Tag) Garreth hat den Track schon 3 mal gemacht und uns noch ein wenig mehr Angst eingejagt als alle Fuehrer die wir gelesen haben. Es heisst ja sowieso, dass hier unten alle 4 Jahreszeiten an einem Tag auftreten koennen und in den Bergen sowieso. Auf sein Geheiss hin haben wir jedenfalls die Wettervorhersage angerufen und uns sagen lassen, dass das Wetter heute und morgen schrecklich ist. Wir wollten eigenlich Ostemontag los und hatten 6 Tage eingeplant. Das ist gutes Mittelmass. Es gibt Leute, die machens in 3 Tagen, einer hats in etwas ueber 7 Stunden gemacht, es gibt aber auch andere die brauchen 7 bis 10. je nach dem, was man noch so alles sehen und erklettern will. Am 6. Tag abends musste Lanni aber die Faehre zum Mainland kriegen. Also sind wir kurzentschlossen schon einen Tag frueher los.

Und noch kurzentschlossener haben wir noch einen 6. Kompanion gefunden. Einen Suedafrikaner der auch auf der Party war und meinte, wenn er die Chance haette, wuerde er den Track auch machen. Und wir meinten dann, das ist deine Chance. Seine Frau und die Freundin mussten dann ihren Tassi-Urlaub alleine machen und Carel ist mit uns wandern gegangen. Kurzentschlossen scheint mal wieder sehr gut zu sein – er hatte das wenigste Gepaeck.

Wir haben dann also den ersten Tag damit zugebracht zum Start zu gelangen (6 Leute im Auto! Wen erinnert das an unseren Ungarn Urlaub mit 7 Leuten in der Polizeikontrolle?) und die ersten 2 Stunden zu wandern. Das war dann auch tatsaechlich das schlechteste Wetter, dass wir hatten. Am naechsten Tag haben die Maenner und ich den Craddle Mountain erklommen und dann gings gemeinsam weiter auf dem Track. Spaeter gabs dann noch den hoechsten Berg Tassis und einen tollen See. Das schoene ist, du kannst dir sicher sein, die leute, die hier unterwegs sind, sind wie du. Das heisst, was auch immer du an sidetracks machen willst, lass dein Gepaeck auf dem (daneben ist besser) Hauptweg liegen und komm 3 Stunden spaeter wieder zurueck.

Weiterhin super: jede Mahlzeit, ob es Porridge mit Wasser gekocht, 5Minuten Nudeln, Cracker und Thunfisch oder Tassensuppen ist, ist die beste ihrer Art, die du jemals hattest! Es war wie eine Phrase, aber immer sehr ernst gemeint „the best porridge i’ve ever had!“

Und man fuehlt sich einfach prima, wenn man stundenlang gelaufen ist und denkt, keinen Fuss mehr vor den anderen setzten zu koennen und am naechsten Morgen gehts von vorne los. Und eine Woche nach dem Track spuert man auch seine Knie nicht mehr.

Achso, ich bin wieder mal vom Weg abgekommen. Das Wetter. Unser Wetter war also prima. Nicht zu heiss und nicht zu kalt. Die anderen sind alle in Shorts und T-Shirt gelaufen. Ich wollte mir aber die Beine nicht zerkratzen und hatte meine wundervollen Wanderhosen an - nicht zu heiss und nicht zu kalt. Und weil ich ja immer noch den UV- und Hautkrebs-Horror habe hatte ich dann auch ein langes T-Shirt an. Wenn man sich nicht duschen kann ist Sonnencreme ueberall etwas laestig. So gabs die nur fuer Gesicht und Nacken. Perfekt war das Wetter vor allem wegen einer Sache: einer von uns ist den Track zunaechst in einem und die letzten beiden Tage dann in 2 Badelatschen und Zehensocken gegangen. Seine Fuesse waren so geschunden, dass er diese Variante vorzog. Ich kann dabei nur aufs Holz klopfen. Wie gut, dass ich meine Wanderschuhe schon im Dezember auf dem Weihnachtsmarkt eingeweiht habe! Ich hatte nicht eine Blase.

Immer wieder taucht die Frage nach den Tierchen auf, die ich schon gesehen habe. Ich konnte es nicht mehr abwarten und war in einem Wildlifepark. Da gabs so ziemlich alles zu sehen, inklusive Koalas, die es hier ja gar nicht wirklich gibt. In Freiheit hab ich dann aber 2 Spinnen gesehen, die pardou trampen wollten, eine konnten wir davon ueberzeugen, dass sie im Wald bleiben soll, die andere haben wir dann erst an einer Tankstelle entdeckt und waren dabei so entsetzt, dass sie es nicht ueberlebt hat. Sorry for that! Wallabies (kleine Kaenguruhs) gibt es hier 2 Arten – bis zum Unterschenkel hohe und etwa bis zum Oberschenkel. Anfangs bin ich fast verzweifelt weil ich nie welche gesehen habe, mittlerweile beachtet man sie schon gar nicht mehr. es gibt viel zu viele. Man sieht dauernd tote auf den Strassen und du kannst sie auch als Countermeal im Pub bestellen.

Auf dem Track hatten wir in der ersten Nacht in einer Huette geschlafen in der offensichtlich Quolls wohnten die uns dann regelmaessig besucht haben. Ich hab ein Wallabie von hinten gesehen, zig Lizzards und einige kleine Schlangen. Waehrend ich ja immer eine „echte“ Schlange sehen wollte, will ich das jetzt nicht mehr. meine Begegnung war dann eher erschreckend. Ich war wieder mal alleine unterwegs weil ich lieber auch mal wo anhalte und Photos mache oder halt einfach nur schaue statt durchzurennen. Und ploetzlich war da dieses Tier. Ich bin also zurueck gesprungen, hab meine Gedanken gesammelt und bin etwas auf dem Boden rumgehuepft um ihr zu sagen, ich bin noch hier und dann bin ich durchgerannt. Nicht mehr davon ueberzeugt, dass ich alleine laufen will und dass ich unbedingt eine Schlange sehen wollte. J

Ausserdem gibts ueberall Papageien und Kakadus. Ich hab auch einen ganzen Schwarm Papageien gesehen. War wohl ein Familien-

Treffen. Und Possums sieht man staendig und ueberall. Wenn man es nicht erwartet gibts einen Schlag und sie fallen einfach von den Baeumen. Wirklich! Die sind auch teilweise gar nicht scheu. Lanni musste mal mit einem um ihren Muellbeutel kaempfen. Ist eine lustige Vorstellung, jeder an einem Ende. Was ich immer noch nicht gesehen habe sind Platypus und Tasmanischer Teufel. Wobei ich beide wohl auch nicht zu sehen bekomme, wenn nicht hier.

Wir haben den Track dann jedenfalls schon Freitag Mittag beendet. Das heisst 5 Tage und die 2 Stunden vom ersten Tag. Uns alle trieb nur der Gedanke an ein kuehles Bier an diesem wirklich heissem Tag voran. Alle wollten Chips und ich natuerlich mal wieder Mudcake. Bier und Chips gabs, Mudcake leider nicht. Nichts destotrotz wars aber wie eine Party. Wir hatten kleine Lautsprecher und MP3 Player dabei und jeder konnte sich seine Lieder wuenschen und alle Leute haben uns gefragt, ob wir grad den Overlandtrack beendet haben. Yes!

Und Carel hat den letzten Tag abgekuerzt und ist mit der Faehre vom Nord- zum Suedende des Sees gefahren und hat uns erzaehlt, dass die Leute ueber den Typen mit den Flipflops gesprochen haben. Falls ihr also jemals hierher kommt und den Track macht, wir sind jetzt Geschichte. Wir sind auch die Gruppe, die mit einem Football unterwegs war! Was in den Bergen unheimlich praktisch ist.

Vom Visitorcenter sind wir dann jedenfalls alle 5km zum naechsten Ort, der tatsaechlich nur ein Pub ist, getrampt und dort gab es dann Dinner und Party und richtige Betten. Allerdings nur 4. die Clancy-Geschwister mussten auf Matratzen schlafen.

3 sind dann am naechsten Tag mit dem Bus in Richtung Norden gefahren und wir anderen 3 sind nach Hobart getrampt. Die beiden waren dann noch 3 Tage meine Gaeste und wir haben die Wanderung fein ausklingen lassen. Ich hab jetzt sogar ein Kopfkissen. Die beiden wollten nie wieder auf solchen Luxus verzichten und haben jeder eins gekauft. Eins dann aber hier gelassen.

So, dass sind mal wieder 4,5 Seiten aus Down Under. Hoffe, es gibt nicht wieder Beschwerden uebers nicht lesen koennen!

Ich umarme euch alle (die die das gewohnt sind, alle anderen sind herzlich gegruesst) eure Antje.
23.3.06 04:02
 


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